Skip to content

Wozu noch DMP? Chronikerversorgung im Fadenkreuz zwischen Patientensteuerung, Prävention und personalisierter Medizin

2026 · Gesundheits- und Sozialpolitik · Vol 80, pp. 22-27 · 0 citations

Abstract

Die Kernelemente von strukturierten Behandlungsprogrammen sind aktueller denn je: leitlinienbasierte Versorgungspfade, sektorenübergreifende Koordination, Vermeidung von Komplikationen und Folgeerkrankungen, dadurch Verringerung von stationären Aufenthalten. Angesichts steigender stationärer Fallzahlen scheinen die Potenziale von DMP bei weitem nicht ausgeschöpft. Um den Entfaltungsspielraum der 2003 eingeführten Disease-Management-Programme (DMP) besser zu nutzen, müssen sie dringend weiterentwickelt werden. Das „one size fits all“-Modell hat ausgedient. Der BKK DV stellt deshalb eine Neugestaltung der Chronikerversorgung zur Diskussion, bei der Patient-Empowerment, individualisierte Prozesse und ein Paradigmenwechsel zur Präventionsorientierung – auch durch die datengestützte Früherkennung von Erkrankungsrisiken – im Mittelpunkt stehen.

View source

Similar papers

Jul 2026

Kardiotoxizität der häufigsten onkologischen Therapien: Mechanismen, Risikostratifizierung und ­Management

Die kontinuierliche Weiterentwicklung moderner onkologischer Therapien hat in den vergangenen Jahrzehnten zu einer deutlichen Verbesserung der Überlebensraten von Patienten mit einer Krebserkrankung geführt. Parallel dazu rücken ­therapieassoziierte Nebenwirkungen zunehmend in den Fokus, insbesondere kardiovaskuläre Komplikationen. Diese stellen eine klinisch relevante Herausforderung dar, da sie die Prognose sowie den klinischen Verlauf der Betroffenen erheblich beeinflussen können. Vor diesem Hintergrund hat sich die Kardioonkologie als interdisziplinäres Fachgebiet etabliert, das die Prävention, Früherkennung und Behandlung kardiovaskulärer Nebenwirkungen im Rahmen onkologischer Therapien zum Ziel hat. Die enge Zusammenarbeit zwischen Onkologie und Kardiologie bildet hierfür die Grundlage einer modernen, patientenzentrierten Versorgung.

Philippa Schöne, Laura Elisa Villegas Sierra, L. Freyer et al. · 0 citations
Sep 2026

Integrative Onkologie

Integrative Onkologie beschreibt die evidenzbasierte Ergänzung konventioneller Krebstherapien durch Bewegung, Entspannungsverfahren, Ernährungsberatung oder achtsamkeitsbasierte Angebote und Phytotherapeutika/Nahrungsergänzungsmittel. Ziel ist die Linderung von Symptomen und Nebenwirkungen, die Förderung der Lebensqualität sowie die Stärkung der Selbstwirksamkeit von Patientinnen und Patienten. Für onkologische Pflegefachpersonen ist dieses Thema besonders relevant, da sie Betroffene eng begleiten und häufig erste Ansprechpartnerinnen und Ansprechpartner für Fragen zu unterstützenden Maßnahmen sind. Zugleich bringt die integrative Onkologie Herausforderungen mit sich: Wir müssen Verfahren hinsichtlich Wirksamkeit, Sicherheit und möglicher Risiken kritisch einordnen, insbesondere bei pflanzlichen Präparaten oder Nahrungsergänzungsmitteln mit potenziellen Wechselwirkungen.

J. Hübner · 0 citations
Open access Aug 2026

Hyperkalzämie im Säuglingsalter: Differenzialdiagnostik und Management

Die Hyperkalzämie im Säuglingsalter stellt eine seltene, potenziell lebensbedrohliche Stoffwechselstörung mit einem breiten differenzialdiagnostischen Spektrum dar. Neben der raschen Akuttherapie zur Senkung des Kalziums ist eine strukturierte ätiologische Abklärung essenziell, da sich Therapie und Prognose je nach zugrunde liegender Ursache stark unterscheiden. Die diagnostische Einordnung erfolgt anhand von Anamnese, charakteristischen laborchemischen Befunden, Bildgebung und molekulargenetischer Diagnostik. Insbesondere genetische Ursachen spielen im Säuglingsalter eine wichtige Rolle. Die häufigste monogenetische Ursache ist die idiopathische infantile Hyperkalzämie, für die mittlerweile ursachenspezifische Therapieoptionen zur Verfügung stehen, darunter Rifampicin bei CYP24A1 -assoziierter und Phosphatsupplementierung bei SLC34A1 -assoziierter Erkrankung. Ein strukturiertes diagnostisches Vorgehen ermöglicht eine gezielte Therapie und kann akute sowie langfristige Komplikationen vermeiden.

Alexandra Blaschitz, W. Högler · 0 citations
Open access Aug 2026

Übersicht zur Mobilisation von kritisch Erkrankten auf der Intensivstation (S3-Leitlinie)

Die durch kritische Erkrankung erworbenen muskulären Veränderungen beeinträchtigen den Kurz- und Langzeitverlauf. Die S3-Leitlinie „Lagerungstherapie und Mobilisation von kritisch Erkrankten auf Intensivstationen“ fasst die aktuelle Evidenz zusammen. Eine (Früh‑)Mobilisation soll innerhalb von 72 h nach Intensivaufnahme begonnen werden. Empfohlen werden ein protokollbasiertes, interprofessionelles Vorgehen mit schrittweiser Steigerung, eine engmaschige Überwachung anhand definierter Abbruchkriterien sowie die Einbindung in ein Maßnahmenbündel (z. B. ABCDEF). Auch unter Nierenersatztherapie und extrakorporaler Membranoxygenierung (ECMO) ist eine Mobilisation nach Absprache sicher durchführbar. Der Beitrag fasst die praxisrelevanten Mobilisationsempfehlungen zusammen.

V. Karner, Stefan J. Schaller · 0 citations

We use cookies to run the site and, with your consent, for analytics and to show ads. See our Cookie Policy.