Aug 2026· Informationen aus Orthodontie & Kieferorthopädie· Vol 58, pp. 137 - 143· 0 citations· 43 references
Abstract
Zusammenfassung Epidemiologische Bevölkerungsstudien erfordern standardisierte, reproduzierbare Untersuchungsmethoden, um valide Aussagen zur oralen Gesundheit und ihren Determinanten zu ermöglichen. Der Intraoralscan gewinnt als digitales Erhebungsinstrument in diesem Kontext zunehmend an Bedeutung. Am Beispiel der Study of Health in Pomerania (SHIP-NEXT-0) wird der methodische Workflow vom Probanden zum ausgewerteten digitalen Modell dargestellt. Die Datenerhebung erfolgte mittels Cerec Primescan AC; die Weiterverarbeitung und metrische Analyse der 3D-Modelle wurde in Onyxceph³ durchgeführt, einschließlich Segmentierung, virtueller Sockelung sowie automatisierter und manueller Referenzpunktzuordnung. Standardisierte Scanpfade, regelmäßige Gerätekalibrierung sowie systematisches Untersuchertraining bildeten die Grundlage der Qualitätssicherung. Der Einsatz digitaler Modelle ermöglicht eine zeitlich unabhängige, nachträglich wiederholbare Analyse zahlreicher kieferorthopädischer, morphometrischer und zahnärztlicher Parameter. Demgegenüber stehen Limitationen wie scanbedingte Ungenauigkeiten, Segmentierungsfehler, untersucherabhängige Messpunktpositionierung sowie ein erheblicher Nachbearbeitungsaufwand. Insgesamt stellt der Intraoralscan eine methodisch wertvolle Ergänzung klassischer epidemiologischer Untersuchungsverfahren dar, die neue Möglichkeiten für längsschnittliche und fragestellungsübergreifende Analysen eröffnet.
In diesem Diskussionsbeitrag werden Präventive Hausbesuche (PHB) als niedrigschwellige, aufsuchende Beratungs- und Unterstützungsangebote zur Gesundheitsförderung älterer Menschen diskutiert. PHB können dazu beitragen, Risiken wie Sturzgefahr, soziale Isolation oder Ernährungsmängel frühzeitig zu erkennen, die Gesundheits- und Versorgungskompetenz zu stärken und selbstständige Lebensführung im häuslichen Umfeld zu unterstützen. In Deutschland existiert eine wachsende Zahl von Projekten, deren Konzepte sich hinsichtlich Zielgruppen, Zugangswege, Qualifikation der Besuchskräfte, Leistungsspektrum, Evaluation, Trägerschaft und Finanzierung deutlich unterscheiden. Die Analyse zeigt, dass PHB an der Schnittstelle von kommunaler Altenhilfe, Gesundheitswesen und Pflege angesiedelt sind. Eine zentrale Herausforderung besteht in der langfristigen Finanzierung und Verstetigung bislang vielfach projektförmig organisierter Angebote. Für eine nachhaltige Implementierung sind konzeptionelle Klärungen, belastbare Evaluationen sowie sektorübergreifende Struktur- und Finanzierungsmodelle erforderlich. Die Prävention von Pflegebedürftigkeit sollte gesundheitspolitisch gezielter fokussiert und strukturell stärker in der gesetzlichen Kranken- und Pflegeversicherung verankert werden.
Britta Blotenberg, Anne Gebert· Bundesgesundheitsblatt - Ges...· 0 citations
Zusammenfassung: Sachverständigengutachten zur Glaubhaftigkeit von Zeugenaussagen beruhen auf der qualitativen Interpretation und Evaluation von Daten und sind damit potenziell anfällig für kognitive Verzerrungen. Vor diesem Hintergrund legte der Bundesgerichtshof 1999 Mindeststandards fest, die unter anderem das hypothesengeleitete, falsifizierende Prüfen alternativer Hypothesen vorsehen. Ziel der vorliegenden Studie war es, zu untersuchen, wie dieses Vorgehen in der Praxis umgesetzt wird, wie Sachverständige kognitive Verzerrungen einschätzen und welche Verbesserungsbedarfe sie sehen. Hierzu wurden qualitative Experteninterviews mit zehn erfahrenen Sachverständigen für Glaubhaftigkeitsgutachten im deutschen Strafrecht geführt. Die Ergebnisse zeigen ein vorhandenes Bewusstsein für die Problematik kognitiver Verzerrungen sowie die Anwendung zusätzlicher, sinnvoller Debiasing-Strategien. Gleichzeitig bestätigten die Sachverständigen die grundsätzliche Angemessenheit und Alternativlosigkeit der alternativen Hypothesenprüfung. Die geäußerte Kritik an Begrifflichkeiten und der Kommunikation der Methodik gegenüber Betroffenen wurde jedoch teilweise gestützt. Schlussfolgernd sollten methodische Änderungen evidenzbasiert erfolgen und die Perspektive der praktizierenden Sachverständigen systematisch einbeziehen.
Jana Otzipka, R. Volbert· Praxis der Rechtspsychologie· 0 citations
Dual-energy X‑ray absorptiometry assessing the lumbar spine and bilateral proximal femurs is the current guideline-recommended standard method for quantitative measurement of bone density and the output-the T score-reflects the number of standard deviations by which the measured bone density differs from the average of a healthy young reference population.
F. Genest, L. Seefried· Die Orthopädie· 0 citations
Zusammenfassung Gesundheitssysteme unterscheiden sich erheblich zwischen Ländern, doch der Anspruch auf eine qualitativ hochwertige medizinische Versorgung gilt für alle Kinder gleichermaßen. Im Kosovo wurden in den letzten Jahren relevante Fortschritte in der pädiatrischen Versorgung erzielt. Dennoch bestehen weiterhin strukturelle Herausforderungen, insbesondere im Bereich der spezialisierten Diagnostik und Therapie. Internationale Kooperationen bieten eine effektive Möglichkeit, diese Lücken nachhaltig zu schließen. Dieser Beitrag beschreibt meine Erfahrungen als kosovarische Pädiaterin während eines spezialisierten Aufenthalts in der pädiatrischen Gastroenterologie und Hepatologie des Dr. von Haunerschen Kinderspitals der Ludwig-Maximilians-Universität München. Neben klinischen Eindrücken werden die Bedeutung strukturierter Abläufe, interdisziplinärer Zusammenarbeit und des internationalen Wissensaustauschs für die Weiterentwicklung der pädiatrischen Versorgung in ressourcenlimitierten Settings diskutiert.
Minire V. Çitaku· Kinder- und Jugendmedizin· 0 citations
Dieser Beitrag analysiert Entwicklungen in der Nutzung sozialer Medien durch Fachkräfte der Schulsozialarbeit im Zeitraum von 2021 bis 2025. Auf Basis quantitativer Erhebungsdaten (Nt1 = 1522'; Nt2 = 1327) zeigt sich ein signifikanter Anstieg des Anteils an Fachkräften, die soziale Medien in ihrer Arbeit einsetzen. Gleichzeitig nahm die Nutzungshäufigkeit im beruflichen Alltag deutlich ab. Besonders bemerkenswert ist der Rückgang in der Ansprache von Kindern und Jugendlichen über soziale Medien: Ein Befund, der insbesondere im Kontext lebensweltorientierter Schulsozialarbeit kritisch zu reflektieren ist. Zugleich lassen die Ergebnisse darauf schließen, dass Fachkräfte zunehmend hybride Arbeitsansätze etablieren, die analoge und digitale Kommunikationsformen verbinden. Hinsichtlich der organisationalen Rahmenbedingungen zeigten sich nur geringe Veränderungen. Auffällig ist jedoch ein signifikanter Rückgang der wahrgenommenen Unterstützung durch die Träger, was auf strukturelle Herausforderungen bei der nachhaltigen Integration sozialer Medien in der schulsozialarbeiterischen Praxis hinweist.
Joseph Jahn· Zeitschrift für Pädagogik· 0 citations
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