Präventive Hausbesuche als Intervention zur Gesundheitsförderung älterer Menschen
Abstract
In diesem Diskussionsbeitrag werden Präventive Hausbesuche (PHB) als niedrigschwellige, aufsuchende Beratungs- und Unterstützungsangebote zur Gesundheitsförderung älterer Menschen diskutiert. PHB können dazu beitragen, Risiken wie Sturzgefahr, soziale Isolation oder Ernährungsmängel frühzeitig zu erkennen, die Gesundheits- und Versorgungskompetenz zu stärken und selbstständige Lebensführung im häuslichen Umfeld zu unterstützen. In Deutschland existiert eine wachsende Zahl von Projekten, deren Konzepte sich hinsichtlich Zielgruppen, Zugangswege, Qualifikation der Besuchskräfte, Leistungsspektrum, Evaluation, Trägerschaft und Finanzierung deutlich unterscheiden. Die Analyse zeigt, dass PHB an der Schnittstelle von kommunaler Altenhilfe, Gesundheitswesen und Pflege angesiedelt sind. Eine zentrale Herausforderung besteht in der langfristigen Finanzierung und Verstetigung bislang vielfach projektförmig organisierter Angebote. Für eine nachhaltige Implementierung sind konzeptionelle Klärungen, belastbare Evaluationen sowie sektorübergreifende Struktur- und Finanzierungsmodelle erforderlich. Die Prävention von Pflegebedürftigkeit sollte gesundheitspolitisch gezielter fokussiert und strukturell stärker in der gesetzlichen Kranken- und Pflegeversicherung verankert werden.