Aug 2026· Endo-Praxis· Vol 42, pp. 144 - 149· 0 citations· 17 references
Abstract
Zusammenfassung Der oropharyngeale Schluckakt ist ein hochkomplexer Vorgang im sensiblen Kreuzungsbereich von Atem- und Speiseweg. Bereits geringe Störungen können zu relevanten Schluckproblemen führen, die häufig auftreten, insbesondere bei älteren Menschen und Patient*innen mit neurologischen Erkrankungen oder Kopf-Hals-Tumoren. Die Folgen reichen von Mangelernährung, Dehydratation, einer verminderten Lebensqualität bis hin zu lebensbedrohlichen Komplikationen wie Aspirationspneumonien. Für eine gezielte und individuell angepasste Therapie ist daher eine differenzierte Diagnostik unerlässlich. Die flexible endoskopische Evaluation des Schluckakts (engl. fiberoptic endoscopic evaluation of swallowing, FEES) hat sich dabei als zentrales Verfahren etabliert. Sie ermöglicht eine Beurteilung der pharyngealen Schluckphase, sichere Erkennung von Pathologien und eine unmittelbare Erprobung therapeutischer Maßnahmen während der Untersuchung. Sie dient somit der Diagnostik sowie der Therapiekontrolle von oropharyngealen Schluckstörungen und zeigt damit die Vielseitigkeit der modernen flexiblen Endoskopie.
Die Hyperkalzämie im Säuglingsalter stellt eine seltene, potenziell lebensbedrohliche Stoffwechselstörung mit einem breiten differenzialdiagnostischen Spektrum dar. Neben der raschen Akuttherapie zur Senkung des Kalziums ist eine strukturierte ätiologische Abklärung essenziell, da sich Therapie und Prognose je nach zugrunde liegender Ursache stark unterscheiden. Die diagnostische Einordnung erfolgt anhand von Anamnese, charakteristischen laborchemischen Befunden, Bildgebung und molekulargenetischer Diagnostik. Insbesondere genetische Ursachen spielen im Säuglingsalter eine wichtige Rolle. Die häufigste monogenetische Ursache ist die idiopathische infantile Hyperkalzämie, für die mittlerweile ursachenspezifische Therapieoptionen zur Verfügung stehen, darunter Rifampicin bei
CYP24A1
-assoziierter und Phosphatsupplementierung bei
SLC34A1
-assoziierter Erkrankung. Ein strukturiertes diagnostisches Vorgehen ermöglicht eine gezielte Therapie und kann akute sowie langfristige Komplikationen vermeiden.
Alexandra Blaschitz, W. Högler· Journal für Endokrinologie,...· 0 citations
Pelvine Malignome zählen weltweit zu den häufigsten Tumorerkrankungen, wobei die Strahlentherapie einen zentralen Bestandteil der kurativen und palliativen Behandlung darstellt. Trotz moderner Bestrahlungstechniken, wie der intensitätsmodulierten und bildgeführten Radiotherapie, lässt sich eine Mitbestrahlung benachbarter Organe nicht vollständig vermeiden. Urologische Strahlenspätfolgen können akut oder chronisch auftreten und entwickeln sich typischerweise Monate bis Jahre nach Radiotherapie. Sie betreffen je nach Tumorentität und Behandlungsmodalität bis zu 15 % der Patient/innen. Pathophysiologisch stehen chronische vaskuläre Schäden, Endotheldysfunktionen, persistierende Inflammation und Fibrosierung im Vordergrund. Klinisch umfasst das Spektrum Strahlenzystitis, Urethra- und Ureterstrikturen, funktionelle Blasenstörungen, erektile Dysfunktion, Fistelbildungen sowie sekundäre Blasenmalignome. Die Diagnostik erfordert eine sorgfältige Abgrenzung gegenüber Tumorrezidiven und anderen Ursachen der urologischen Beschwerden. Aufgrund der zunehmenden Zahl an Langzeitüberlebenden gewinnen Prävention, frühzeitige Diagnostik und ein strukturiertes interdisziplinäres Management von Strahlenspätfolgen zunehmend an Bedeutung.
Benjamin Bulling-Wüst, R. Röthlisberger, Beat Roth· Urologie in der Praxis· 0 citations