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Prähospitale Versorgung von Hitzenotfällen

Sep 2026 · Notfall + Rettungsmedizin · 0 citations · 21 references

Abstract

Hitzeperioden treten in Mitteleuropa häufiger und intensiver auf und führen zu einer messbaren Übersterblichkeit. Der Hitzschlag ist die schwerste hitzebedingte Erkrankung und ein zeitkritischer Notfall, dessen Prognose von der Kühlgeschwindigkeit abhängt. Betroffen sind überwiegend vulnerable, hochaltrige und multimorbide Patienten mit klassischem Hitzschlag. Darstellung der verfügbaren Evidenz zur prähospitalen Versorgung des Hitzschlags und Ableitung von Konsequenzen für den Rettungsdienst, differenziert nach klassischem und belastungsassoziiertem Phänotyp. Narrative Übersichtsarbeit mit hierarchischer Gewichtung der Evidenz: aktuelle Leitlinien und Konsensuspapiere als Handlungsrahmen, systematische Reviews und Primärstudien zu deren Prüfung und Abgrenzung. Die Empfehlungen sind über die Fachgesellschaften hinweg konsistent: Erkennung anhand der zentralnervösen Dysfunktion, rektale Kerntemperaturmessung und sofortige aktive Ganzkörperkühlung, bevorzugt als Kalt- oder Eiswasserimmersion, nach dem Grundsatz „cool first, transport second“. Die Evidenz ist beim belastungsassoziierten Hitzschlag deutlich robuster als beim klassischen. Zwischen Empfehlung und Umsetzung besteht eine erhebliche, gut belegte Lücke. Eine rettungsdienstliche Empfehlung sollte den Leitlinienkern als Standard ausweisen und Primärevidenz als Stütze oder Machbarkeitsnachweis kennzeichnen. Der klassische Hitzschlag ist häufiger und betrifft überwiegend alte, multimorbide Patienten; bei intubierten Patienten ist die Wasserimmersion kritisch abzuwägen und die Kühlung ggf. im Transport (z. B. Vakuummatratze) einzuleiten. Für den klassischen Hitzschlag bleibt die Evidenz begrenzt und erfordert explizite Adaptation.

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