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„Messerkriminalität“ – ausgewählte Befunde der kriminologischen Forschung

Oct 2026 · Rechtsmedizin · 0 citations · 9 references

Abstract

Der Beitrag stellt ausgewählte Aspekte des kriminologischen Forschungsstands zur sog. „Messerkriminalität“ in Deutschland vor. Ausgangspunkt ist die Feststellung einer stark gestiegenen medialen Aufmerksamkeit für das Thema. Auf Basis polizeilicher Hellfelddaten sowie von Dunkelfeldstudien zeigt sich hingegen, dass „Messerkriminalität“ zwar tendenziell zugenommen hat, jedoch keine dramatische Entwicklung zu konstatieren ist. Die Phänomenologie erweist sich als heterogen und umfasst unterschiedliche Konstellationen, etwa Taten im öffentlichen Raum, im sozialen Nahraum oder im Kontext häuslicher Gewalt. Täteranalysen weisen auf eine Dominanz männlicher, sozial benachteiligter und vielfach vorbelasteter Personen hin. Die häufig diskutierte Bedeutung der Nationalität wird kritisch betrachtet, da statistische Verzerrungen sowie sozial-strukturelle Belastungen von ausländischen Personen zu berücksichtigen sind. Als zentrale Einflussfaktoren der „Messerkriminalität“ werden insbesondere antisoziale Persönlichkeitsmerkmale, delinquente Peerkontakte, Opfererfahrungen, Substanzmittelkonsum und psychische Belastungen identifiziert. Präventions- und Interventionsansätze sind bislang nur begrenzt entwickelt und weisen eine schwache empirische Evidenz auf, wobei reine Kontrollmaßnahmen (wie Waffenverbotszonen) wenig wirksam erscheinen. Vielversprechender sind Ansätze, die bereits mit Blick auf die Prävention von und Intervention bei Gewalt ihre Effektivität bewiesen haben.

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