Lokal fortgeschrittenes Zervixkarzinom: Chemotherapie und Radiochemotherapie oder Chemotherapie plus Checkpoint-Inhibition?
Abstract
rotz hoher lokaler Kontrolle durch die standardmäßige cisplatinbasierte Radiochemotherapie mit moderner perkutaner Bestrahlung und bildgeführter adaptiver Brachytherapie bleiben Fernmetastasen die größte Hürde beim lokal fortgeschrittenen Zervixkarzinom. Erstmals haben mit der Induktionschemotherapie mit Carboplatin/Paclitaxel vor der Radiochemotherapie (INTERLACE-Studie) und die Addition von Pembrolizumab zur Radiochemotherapie mit anschließender Erhaltungstherapie (KEYNOTE-A18-Studie) zwei Ansätze einen Überlebensvorteil gezeigt. Wegen unterschiedlicher Kollektive, Bestrahlungsparameter und FIGO(Fédération Internationale de Gynécologie et d'Obstétrique)-Klassifikationen fehlt jedoch die direkte Vergleichbarkeit – dieser Beitrag ordnet beide Konzepte in den aktuellen Therapiestandard ein und diskutiert die Patientinnenauswahl, die Toxizität, die Radiotherapiequalität und zukünftige Strategien.