Psychose bei Frauen: Sollte der Hormonstatus Ihre Verschreibungspraxis beeinflussen?
Abstract
Psychotische Symptome verschlechtern sich in der perimenstruellen Phase – einem vier- bis sechstägigen Fenster mit niedrigen Hormonspiegeln – und das Hospitalisierungsrisiko steigt. Anders als bei PMDD bringt der Eintritt der Menstruation in der Regel keine Erleichterung. Östrogen sowie das in kombinierten oralen Kontrazeptiva enthaltene Ethinylestradiol hemmen CYP1A2 und erhöhen dadurch die Plasmaspiegel von Clozapin, Olanzapin und möglicherweise Asenapin. Ein Abfall des Östrogenspiegels kann diese Wirkung effektiv umkehren und die Dosis funktionell senken; kehren Symptome wieder auf, kann daher eine Dosiserhöhung erforderlich sein. Bevorzugen Sie bei Frauen mit nicht-affektiver Psychose prolaktinsparende Antipsychotika wie Aripiprazol als Erstlinientherapie. Bei Entwicklung einer Hyperprolaktinämie empfiehlt sich ein Wechsel des Wirkstoffs oder die Augmentation mit niedrig dosiertem Aripiprazol, anstatt die bestehende Dosis lediglich zu reduzieren.